Gnadauer Posaunenbund
Landesverband Sachsen-Anhalt

Einblicke

60 Jahre Posaunenchor Staßfurt/Groß Börnecke

Der Posaunenchor wurde von einigen Leuten, die blasen konnten und durch die Kriegswirren nach Staßfurt verschlagen wurden, gegründet. Der Gründungstag wurde mit dem 1. öffentlichen Auftreten am 2. Advent 1950 festgelegt. Zuerst waren es nur 7 Bläser. Mit den Zu- und Abgängen hat sich in den Jahren eine Chorstärke von 12 Bläsern eingestellt und bis heute gehalten.

Da in den Anfangsjahren im Raum der Gemeinschaften noch kein organisierter Verband bestand, wurde der Bläserdienst im Rahmen der kirchlichen Arbeit getan, zumal der Ortspfarrer - Superintendent Berlin - entscheidenden Anteil an dem Bestehen des Chores hatte. Nach dem Ausscheiden von Superintendent Berlin kam es zur Trennung des Chores in Kirchen- und Gemeinschaftschor. Durch die vorhandene Stimmenverteilung im Chor waren Einsätze kaum noch möglich und auch die Chorstärke nahm immer mehr ab ...

Im Gemeinschaftsbezirk gab es noch einen Chor in Groß Börnecke. Ein Zusammenschluß beider Chöre war naheliegend, und so besteht dieser Chor bis heute.

Chorleiter waren:

  • Br. Herbert Döschner 1950-1958
  • Br. Eberhard Damerow 1959-1977
  • Br. Reinhard Manthey 1977-1980
  • Br. Eberhard Damerow 1980-2002
  • Schw. Kornelia Damerow seit 09.12.2002

Die folgenden Jahre waren segensreiche Jahre mit Bläsern, die ständig erreichbar und einsatzfreudig waren. Um Nachwuchs waren wir stets bemüht. 1970 wurde mit der Ausbildung von Jungbläsern begonnen. Es gab immer mal wieder Zeiten, wo die Bläserzahl sehr rückläufig war (gleichzeitiger Beginn mehrerer Bläser mit Ausbildung, Studium , Zivildienst). Ein Teil fand den Weg zurück in unseren Chor, ein anderer Teil ist leider aus beruflichen Gründen anderswo heimisch geworden.

Im Dezember 2010 durften wir unser 60. Jubiläum feiern. Dies geschah mit einem festlichen Adventsgottesdienst unter der Leitung von Ralf Splittgerber. Im Rahmen dieses Gottesdienstes wurden auch einige Bläser für 10, 20 und 50 Jahre Bläsertreue geehrt.

Staßfurt, den 07.02.2011

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"... auf DICH hoffen wir allein ..."

Landesposaunentage im November 2009 in der Gutsscheune in Schwemsal

Alle drei Jahre laden unser Landesverband des Gnadauer Posaunenbundes und der Chordienst des Gemeinschaftsverbandes Sachsen-Anhalt e.V. alle Bläserinnen und Bläser zu Landesposaunentagen ein. Nachdem wir uns 2006 auf dem Petersberg bei Halle trafen, wurden wir zum 14. und 15. November 2009 unter dem Motto „… auf DICH hoffen wir allein …“ in die Gutsscheune in Schwemsal eingeladen. Die Gutsscheune in Schwemsal wurde im August 2003 als Kultur- und Bildungszentrum im Naturpark Dübener Heide unter der Trägerschaft des Vereins „Miteinander-Leben-Lernen Sachsen-Anhalt e.V." eröffnet. Ursprünglich war die über 150 Jahre alte Fachwerkscheune Teil der „Domäne" eines preußischen Staatsgutes.

23 Bläserinnen und Bläser waren der Einladung gefolgt und trafen sich zu einem motivierenden Miteinander in der Scheune. Für Landesposaunentage war es diesmal eine geringe Beteiligung, für den Bläsergottesdienst aber eine gute Besetzung. Die Akustik und auch die Gastronomie in der Gutsscheune waren sehr gut und haben alle Teilnehmer begeistert. Einige waren zum ersten mal hier und hatten mit ihren Familien in der Pension und Seelsorgeheim „Haus Einkehr“ übernachtet.

Was wäre aber ein Posaunentag ohne der „Königin der Blechblasinstrumente“, der Tuba? Es wäre wie ein Haus ohne Fundament oder eine Suppe ohne Salz. Unser Tubabläser spielte nicht nur die tiefste Stimme, er hatte auch den weitesten Anreiseweg. Er kam mit seiner Familie aus Floh-Seligenthal, dem thüringischen Gemeinschaftsbund, und freute sich auf ein gemeinsames Musizieren mit uns zum Lobe Gottes.

Das Motto der Landesposaunentage war dem Choral „Großer Gott, wir loben dich“ entnommen, einem Choral von Ignaz Franz (1768) nach dem „Te Deum Laudamus“. Da heißt es im 11. Vers: „Herr, erbarm, erbarme dich. Lass uns deine Güte schauen; deine Treue zeige sich, wie wir fest auf dich vertrauen. Auf dich hoffen wir allein: lass uns nicht verloren sein.“ Begonnen hatten wir die Bläsertage am Samstag 15.30 Uhr unter der Leitung von unserem Landesposaunenwart und Musikreferenten Ralf Splittgerber aus Halle mit der Hauptprobe und einem anschließenden gemeinsamen Abendessen in der Gutsscheune.

Danach gestalteten wir im Reha-Zentrum „Mediclin“ in Bad Düben eine Bläserserenade. Ralf Splittgerber sprach zwischen den Musikstücken verbindende Worte zu den Liedern und lud diejenigen Zuhörer, die noch mehr von uns hören wollten, zum Bläsergottesdienst am Sonntag in die Gutsscheune nach Schwemsal ein. Nach unserem Abendkonzert wurden wir ins Foyer zu heißem Früchtetee eingeladen und zu unserer Überraschung bekam jeder von uns eine kleine Flasche „Rotkäppchen-Sekt“ geschenkt. Sieben Patienten hatten sich am Sonntag gemeldet und wurden von Bläsern zum Bläsergottesdienst abgeholt.

Der Sonntag begann 10.30 Uhr mit der ersten Probe. Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgte die zweite Probe und nach dem Kaffeetrinken um 16.30 Uhr der Bläsergottesdienst. Begonnen hatten wir den gut besuchten Gottesdienst mit einer Intrade zu dem Choral „Großer Gott, wir loben dich“, die Ralf Splittgerber für diese Bläserfeier extra komponiert hatte. Auf dem weiteren Programm standen: Von Georg Friedrich Händel (1685 – 1759) „Sie schallt, die Posaun`“ aus dem Oratorium „Der Messias“, von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847) „Ja, es sollen wohl Berge weichen“ aus dem Oratorium „Elias“, von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) der Chorsatz „Tausendmal gedenk ich dein“ und Werke von Johann Pachelbel (1653 – 1706), Attila Kalmann und August Rücker. Die Predigt hielt der Inspektor des Gemeinschaftsverbandes Thomas Käßner aus Dessau. Bruder Käßner sprach über Johannes 14, 27 – 31a, dem Frieden Christi. Mit dem Liedsatz „Herr, du hast uns ausgesendet“ von Johannes Brunner beendeten wir die Posaunentage in der Gutsscheune in Schwemsal.

Das Erlebnis in der Gutsscheune Schwemsal wird noch lange in guter Erinnerung bleiben. Es waren wieder mutmachende Tage für unseren Bläserdienst vor Ort.

Hans-Joachim Münchow, Lutherstadt Wittenberg
Fotos: Ilona Münchow

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